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26.10.2026
1,5 Milliarden Euro für Europas Verteidigungsindustrie
Im Jahr 2024 legte die Europäische Kommission erstmals eine europäische Verteidigungsindustriestrategie vor, die European Defence Industrial Strategy (EDIS). Ziel der EDIS ist es, Europas technologische und industrielle Verteidigungsbasis zu stärken. Ein zentrales Instrument dafür ist das European Defence Industry Programme (EDIP). Es unterstützt gemeinsame Projekte der Mitgliedstaaten und soll dabei helfen, militärische Ausrüstung schneller zu produzieren. So will die EU ihre Verteidigungsindustrie widerstandsfähiger machen und sicherstellen, dass die Streitkräfte der Mitgliedstaaten dauerhaft mit benötigtem Material versorgt werden. Bis 2027 stellt die EU im Rahmen von EDIP 1,5 Milliarden Euro bereit.
European Defence Industry Programme
Ein Fahrzeug, viele Partner
Das Common Armoured Vehicle System (CAVS) gehört zu den wichtigsten multinationalen Rüstungsprojekten Europas. Finnland und Lettland starteten das Programm 2020, um eine gemeinsame Plattform für Panzerfahrzeuge zu entwickeln. Als Grundlage dient der vom finnischen Rüstungskonzern Patria entwickelte Radpanzer Patria 6x6. Das Kooperationsprojekt überträgt Fertigungskompetenz an lokale Partner und fördert die koordinierte Produktentwicklung. Inzwischen beteiligen sich auch Schweden, Dänemark, Norwegen, das Vereinigte Königreich und Deutschland. Litauen erwägt ebenfalls beizutreten.
Common Armoured Vehicle System
Europäische Staaten kaufen gemeinsam ein
Mit dem Instrument Security Action for Europe (SAFE) will die EU ihre Mitgliedstaaten dabei unterstützen, ihre Verteidigungsinvestitionen rasch und deutlich zu erhöhen. Dafür stellt sie bis zu 150 Milliarden Euro bereit. Die Mitgliedstaaten können das Geld nutzen, um gemeinsam Verteidigungsgüter zu beschaffen und dadurch schneller auf den wachsenden Bedarf ihrer Streitkräfte zu reagieren. Interessierte Staaten beantragen die Mittel auf Grundlage eigener nationaler Pläne. Die EU vergibt sie als langfristige Darlehen zu wettbewerbsfähigen Konditionen. Die Industrie profitiert so von größeren und besser planbaren Aufträgen, etwa in den Bereichen Luft- und Raketenabwehr, Drohnen oder Cybersicherheit.
Geschäftsanbahnung für deutsche KMU
Das Markterschließungsprogramm (MEP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fördert kleine und mittlere Unternehmen bei ihrem Einstieg in ausländische Märkte. Die Projekte bieten Marktinformationen aus erster Hand, helfen bei der Sondierung neuer Märkte und ermöglichen den Aufbau von Auslandskontakten. Für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie stehen 2026 noch drei Geschäftsanbahnungsreisen an: auf die Philippinen (5. bis 9. Oktober), nach Griechenland (9. bis 12. November) und nach England (30. November bis 2. Dezember). Außerdem ist eine Leistungsschau in Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant (28. November bis 2. Dezember).